M-IDentity Stick der MigrosBank unter Ubuntu 12.04

mIDentity1Wer unter Linux E-Banking betreibt, hat vor allem bei USB-Sticks mit einigen Problemen zu kämpfen. Inzwischen unterstützen zwar praktisch alle Anbieter Linux, die Installation kann sich jedoch kompliziert gestalten.

Gerade habe ich für jemanden den M-IDentity Stick (Hersteller: Kobil)  der MigrosBank installiert. Dabei musste ich einigen Anpassungen an den udev-Rules vornehmen. Vor allem müssen Berechtigungen angepasst und richtig geladen werden.

WICHTIG: Die Migros-Bank wird in Zukunft Linux nicht mehr unterstützen! Bald wird also dieser Artikel überflüssig. Wer Neuigkeiten zu diesem Thema hat, darf sich gerne bei mir melden. Selber bin ich nicht bei der Migros-Bank und erhalte darum keine Informationen.

Danke edekarl für die aktuellen Infos: #comment-205

HINWEIS: Die MigrosBank hat nun eine Support-Seite für den mIDentity-Stick, die auch das Vorgehen unter Linux (diverse Distributionen) erklärt: https://www.migrosbank.ch/de/privatpersonen/e-banking/support.html
Ausserdem hat der Besucher maenujem in den Kommentaren aufgezeigt, wie die Installation bei neueren Ubuntu-Versionen funktioniert: #comment-63

Meistens wird der USB-Stick richtig erkannt, die Anwendung lässt sich jedoch trotzdem nicht starten. Für ein 64bit-Linux-System braucht es zusätzlich das Paket ia32-libs-multiarch. Bei Debian-Basierten Distributionen findet man dies unter „ia32-libs“ oder „ia32-libs-multiarch“.

Das war aber nur die halbe Miete, denn jetzt lässt sich die Datei zwar per Doppelklick starten, Sie meckert aber über fehlende Rechte. Es fehlt noch ein Eintrag in einer Systemdatei. Am besten öffnet man ein Konsolenfenster (Terminal) und tippt sudo gedit ein (gefolgt von Enter) und anschliessend das Root-Passwort. Nun sollte der Text-Editor starten und dank den Root-Rechten über genügend Rechte zum Editieren der System-Dateien verfügen (geübte Linuxer werden dies natürlich eher mit vim direkt auf der Konsole erledigen). Über Datei/Öffnen und via «Dateisystem» zu folgendem Pfad navigieren:

/etc/udev/rules.d/

Bei Ubnutu sollte hier eine Datei mit dem Namen 70-persistent-cd.rules liegen, die wir nun öffnen.

In dieser Datei sollte bereits ein Abschnitt «# mIDentity» existieren. Hier hängen wir unterhalb der anderen Einträge folgende Zeile ein (alles auf eine Zeile):

SUBSYSTEM==“usb“, ATTRS{idVendor}==“0d46″, ATTRS{idProduct}==“4181″, MODE=“0666″, ENV{GENERATED}=“1″

Bemerkung: Die idProduct kann variieren. Am besten wird der Stick eingesteckt und dann lässt man sich mit dem Befehl „lsusb“ (List USB) die USB-Geräte anzeigen. Bei mir sieht das etwa so aus:

Bus 003 Device 002: ID 0d46:4181 Kobil Systems GmbH

Nun die Datei speichern und den Editor schliessen. Das Terminal-Fenster mit dem Befehl „exit“ schliessen.

Den Stick nun abmelden und neu einstecken. Ubuntu sollte ihn nun richtig erkennen und das Linux-Programm sollte sich starten lassen. Es handelt sich dabei um einen angepassten Firefox-Browser. Nun gut E-Banking!

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16 Gedanken zu „M-IDentity Stick der MigrosBank unter Ubuntu 12.04

    • Leider habe ich kein Stick mehr zur Verfügung, um das Vorgehen mit einer aktuellen Distribution zu testen. Grundsätzlich werden die Rechte in der „70-persistent-cd.rules“ mit „MODE=”0666″“ gesetzt. Bitte schauen Sie in diesem Zusammenhang auch, dass die ganze Definition als eine Zeile in der Konfigurations-Datei steht.
      Wenn sie eine (andere) Lösung finden, bin ich natürlich auch dankbar für ein Feedback – ich würde die Anleitung dann entsprechend ergänzen.

  1. Mit dem aktuellen Ubuntu-Release 14.04 unter 64-bit funktioniert der M-Identity-Stick aufgrund der darin fehlenden ia32-libs nicht mehr.
    Der Support der Migros Bank hat mir dazu folgendes funktionierendes Vorgehen (noch nicht publiziert) mitgeteilt:
    >sudo -i
    >echo „deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu/ precise main restricted universe multiverse“ > /etc/apt/sources.list.d/ia32-libs-precise-midentity.list
    >apt-get update
    >apt-get install ia32-libs
    >rm /etc/apt/sources.list.d/ia32-libs-precise-midentity.list
    >apt-get update
    Wichtig: mit dem Metapaket ia32-libs aus Ubuntu 12.04 LTS (precise) werden so eine ganze Menge Pakete/Bibliotheken installiert, die keine Sicherheits-Updates mehr erhalten.

  2. Inzwischen habe ich eine wesentlich bessere Lösung (gemäss http://www.hbl.ch/info/hbl/load.resoresourceId=971) gefunden, welche vollständig auf dem aktuellen Relase 14.04 basiert und die unschöne Installation der ia32-libs Metalibrary mit unzähligen ungebrauchten und unsupporteten Paketen erübrigt:

    >sudo -i
    >dpkg –add-architecture i386
    >apt-get update
    >apt-get install libc6:i386 libx11-6:i386 libpam0g:i386 libstdc++5:i386 libatk1.0-0:i386 libpango-1.0-0:i386 libpangox-1.0-0:i386 libpangoxft-1.0-0:i386 libgdk-pixbuf2.0-0:i386 libsm6:i386 libgtk2.0-0:i386 libcanberra-gtk-module:i386 gtk2-engines-murrine:i386 libstdc++6:i386 libdbus-glib-1-2:i386 libxt6:i386 libXmu6:i386 libXpm4:i386 libXaw7:i386

    Das Setzen der Rules ist natürlich nachwievor nötig, wie unter https://www.migrosbank.ch/de/privatpersonen/e-banking/support.html beschrieben:

    >sudo gedit /etc/udev/rules.d/kobil-midentity.rules
    Inhalt:
    ATTR{idVendor}==“0d46″, ATTR{idProduct}==“4181″, MODE=“0666″
    ATTR{idVendor}==“0d46″, ATTR{idProduct}==“4081″, MODE=“0666″
    ATTR{idVendor}==“0d46″, ATTR{idProduct}==“4001″, MODE=“0666″

  3. Bei mir war der Befehl add arch nicht noetig, da die 32-bit Arch. anscheinend schon vorhanden war.
    dpkg –print–foreign-architectures
    zeigte als Resultat
    i386

    Trotzdem habe ich ca. 50 MB nachinstallieren muessen (also weniger Pakete als hier oben von maenujem empfohlen),
    http://www.linuxwiki.de/MigrosBank#Ubuntu_14.04_64Bit

    … und weniger als die empfohlenen 70 Pakete auf,
    http://forum.ubuntuusers.de/topic/migros-bank-m-identity-stick-unter-14-04/

    Das sieht gut aus, sofern die Pakete nicht veraltet sind, was ich noch nicht feststellen konnte. Und es funktioniert.

  4. Linux wird vom neuen E-Banking-Zugangssystem der Migro Bank zukünftig nicht mehr unterstützt: „Immer mehr Kundinnen und Kunden möchten das E-Banking mit mobilen Geräten wie Tablets und Smartphones nutzen.“ Mobile Banking? Interessant.. „…hat sich die Migros Bank für ein neues Software-basiertes Zugangssystem entschieden. Dieses erfordert aus Sicherheitsgründen zwei Geräte, […] das erste Gerät für die Ausführung einer Zahlung, das zweite um die Zahlung zu bestätigen.
    Unsere Neue Lösung wird jeweils individuell für die verschiedenen Betriebssysteme entwickelt. Linux wird aufgrund der kleinen Anzahl Nutzer nicht mehr unterstützt.“

    Ein echter Rückschritt, in Zukunft also wieder Abhängigkeit von Microsoft, Apple und Google.

    Die Abkehr vom mIdentity leuchtet aus Sicherheitsgründen sicherlich ein, aber dass es die Migros Bank nicht hin kriegt, eine betriebssystemunabhängige Browser basierte Lösung anzubieten, ist einfach nur kläglich!

  5. Danke für die ausführliche Anleitung, das hilft einem Pinguinbaby wie mir ausgezeichnet. Es hat soeben geklappt – Kubuntu 14.04 64bit, jetzt bleibt zu hoffen, dass der USB-Stick der mIDentity noch lange laufen wird (sonst muss ich halt fürs e-Banking auf ein VM-Windoof umsteigen, was mühsam aber nicht unmöglich ist). Schade, dass die MigrosBank Linux nicht weiter unterstützen wird.

  6. Migros-Bank hat sich nun auch bei mir definitiv vom Kobil-Stick verabschiedet. So ein Mist!!! Nur für die Bank muss ich jetzt 2 Windows/Androide haben, das kann doch nicht wahr sein!

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